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Neuauflage des Wegweisers  Psychiatrie erschienen

 
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Wegweiser Psychiatrie 2011
 

Im Landkreis Biberach wurde in den letzten Jahren ein bedarfsgerechtes und differenziertes Angebot an Einrichtungen und Diensten für Menschen mit psychischer Erkrankung und Behinderung geschaffen. Der nun in Neuauflage vorliegende Wegweiser Psychiatrie gibt einen aktuellen Überblick über die umfassenden Hilfsangebote im Landkreis Biberach und soll Betroffene, Angehörige, aber auch Ärzte, Einrichtungen, Verbände und Verwaltungen bei der Suche nach geeigneten Angeboten unterstützen. Der Wegweiser kann hier heruntergeladen werden.

 
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EIN OFFENER GESPRÄCHSAUSTAUSCH

Landrat Dr. Heiko Schmid besucht die Tagesstätte für psychisch Kranke



Fragen waren im Vorfeld innerhalb der Tagesstätte gesammelt worden über Hilfen, Unterstützungen, zur Einstellung gegenüber psychisch Erkrankten. Man war also von Seiten des GPZ gut vorbereitet. Und mehr als das. Auch die Künste der wie immer köstlichen Küche waren für vier delikate Kuchen aufgefahren worden.

„Vielleicht stellen sie erst einmal Ihren Tätigkeitsbereich vor, Herr Dr. Schmid, aber bitte kurz und bündig ;“ forderte ihn ein Teilnehmer aus der Runde auf. Der Landrat erleuterte seine Aufgaben im Kreise Biberach. Ein vielfältiges, anspruchsvolles Programm, was die Obliegenheit der einzelnen Gemeinden betrifft. Seine Darlegung hinterließen starken Eindruck, vor allem, als er auf das Zentralproblem seines Amtes auch in „einem relativ recht reichen Umfeld“ benannte: das der Arbeitslosigkeit, damit der Sozial-, der Arbeitslosenhilfe – Empfänger und vor allem denen von „Hartz IV“. Das mache den Großteil der Arbeit von ihm und seinen Mitarbeiter aus.
Die nun folgende Gesprächsrunde bestach durch die Klarheit, Vielfalt und Offenheit der Beiträge. Die Höhe von Hartz IV und dessen Aufstockungsmöglichkeiten kam natürlich zur Sprache und nahm einen breiten Raum ein. Aber auch die deutlich hohen Mietpreise vor allem in Biberach wurden problematisiert. Der Landrat setzte sich engagiert für die Förderung des Sozialen Wohnungsbaus ein und versprach Abhilfe. „Da muss eindeutig was geschehen, ich weiß“, bekannte er.

Des Weiteren erkundigte er sich nach der sozialen Akzeptanz des GPZ innerhalb der Bevölkerung und wurde klar und unmissverständlich davon in Kenntnis gesetzt, wie groß der Vorbehalt in breiten Schichten der Bevölkerung angesichts der Psychiatrischen Erkrankten noch sei. Es wurde dem Landrat klargemacht, dass die erfolgreiche und absolut gebotene, ja notwendige Arbeit des GPZ nur wenig von der Biberacher Bevölkerung wahrgenommen werde. Aus Angst und  Vorurteilen gegenüber dem Thema einer Erkrankung,“ die jeden zu jeder Zeit“ treffen könnte„. Das Beispiel von Nationaltorhüter Enke spricht Bände, wozu eine Verdrängung, Unterdrückung der Krankheit führen könnte. Da sei die Öffentlichkeit, zwar nur für eine kurze Zeit, endlich mal aufgewacht.“ Das war deutlich gesprochen. Und aus voller Anteilnahme am Schicksal von Betroffenen.

 
Landrat Dr. Heiko Schmid und Sozialdezernentin Alger im Gespräch mit Besuchern der Tagesstätte
Landrat Dr. Heiko Schmid und Sozialdezernentin Alger im Gespräch mit Besuchern der Tagesstätte
 

Ohne die Hilfe der „Selbsthilfegruppen“, die von Seiten des GPZ tatkräftig unterstützt wird, sei die Arbeit des Facharztes auf verlorenen Posten. Das hätten auch die Psychiater selbst einzusehen gelernt. Ohne eine im Grund Tag und Nacht bereite Auffangstation mit ihren Spezialbetreuern im Ambulant Betreuten Wohnen, stünde manch einer in seiner spontan ausbrechenden „Krise“ häufig auf verlorenem Posten.

Sehr berührte die Schilderung des Jüngsten in der Gruppe. Er bekannte sich als ehemaliger Drogenabhängiger mit halluzinogenen Störungen, der froh sei, im GPZ seine Wohnstätte innerhalb des „Betreuten Wohnens“ gefunden zu haben.

„Herr Dr. Schmid, was können Sie den konkret für uns tun?“ lautete gegen Ende eine frische Frage. Der Landrat sprang auf, zeigte seinen sportiven Geist:“ Gut, dass Sie mit der Tür ins Haus fallen!“ Er versprach Unterstützung, wolle zum guten Ruf, den das GPZ seiner überzeugten Meinung habe, weiterhin auch mit Hinweisen vom Landrat beisteuern, sehe zu, was sich finanziell machen ließe bei enger Haushaltslage. Als kleine Spende habe er zunächst einen Beitrag zum Kaffeegeld mitgebracht.

Ihm hatte sich im eineinviertelstündigen Gespräch eine Menschengemeinschaft präsentiert, die sich bereit gefunden hat, ihr spezielles Schicksal anzunehmen und, soweit es geht, das eigene Leben wieder, mit Hilfe von Betreuung und sozialtherapeutischen Einzel – oder Gruppensitzungen, zunehmend eigenständig in die Hand zu nehmen.

Bericht: Dr. Wolfgang Veit, im Kontakt mit Ingrid  Hüttl, Dipl.Soz.Päd.(FH) in der Tagesstätte des GPZ.



Das Foto zeigt Landrat Dr. Schmid und Sozialdezernentin Alger im Gespräch mit Besuchern der Tagesstätte



Weitere Informationen.

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