Nacht ohne Grenzen 2018

Nacht ohne Grenzen 2018 

Ein Bild eines bunten Biberachs, jedoch mehr in Bezug auf die kulturelle Vielfalt, gab es am Freitag, 28. September bei der diesjährigen „Nacht ohne Grenzen“ im Abdera zu sehen und zu hören. Auf Einladung der Ökumenischen Flüchtlingsarbeit (ÖFA), zusammen mit dem Interkulturellen Forum für Flüchtlingsarbeit (IFF) und dem Kulturverein Lilienthal e.V. kamen zahlreiche, meist jüngere Menschen verschiedenster Herkunftsländer und kultureller Hintergründe, und verbrachten einen Abend in lockerer, friedlicher Atmosphäre. Den passenden Rahmen dafür schaffte das sehr abwechslungsreiche Bühnenprogramm. Afrikanische Rhythmen und Gesänge der Gruppen „Kankurang“ und „One Love Afrika“ sorgten gleich zu Beginn für Auflockerung und animierten zum Mittanzen. In ihren Grußworten betonten Lucia Braß vom Migrationsdienst der Caritas und gleichzeitig erste Vorsitzende des Flüchtlingsrates Baden-Württemberg, Dagmar Rüdenburg vom IFF, sowie Ludger Ickenstein vom Kulturverein Lilienthal, dass nur die Begegnung von Menschen dafür sorgen kann, Vorurteile und Ängste abzubauen. Und gerade die Begegnung über Kultur und Musik macht die ersten Schritte aufeinander zu wesentlich leichter. Alle drei unterstrichen, dass die derzeitig an vielen Orten Deutschlands zu spürende Stimmung von Polemisierung, Schaffen von Angst bis hin zu aufkeimenden Hass gegen alles Fremde letztlich zu einer Gefahr für unsere Demokratie und unser freies Zusammenleben wird, und sprachen all diesen Tendenzen ein klares „Nein“ aus. Nahtlos weiter ging es dann auf der live-Bühne mit der Band „International Identity“; hier besonders erwähnenswert die persischen Rap-Stücke von Amir Vaziri aus Tehran, welche von all den Veränderungen und Problemen in seiner Heimat handeln. Ähnlich beim nächsten Rapper „Mad Ouszy“, der mit seinem Afro-Rap auch schon auf youtube Erfolge verzeichnet. Schlagartig füllte sich die Tanzfläche bei den syrischen Pop-Klängen von Anwar Bnna, dem „Star Syria“, mittlerweile in Biberach kein Unbekannter mehr. Etwas nachdenklicher wurde es dann, als Mitorganisator Andreas „Aja“ Gratz vom Migrationsdienst der Caritas Biberach unterstützt vom Kameruner Jazz-Bassisten Gabriel M Banda und Moudu Jeng und Martin Gratz an Schlagzeug und Percussion Songs aus dem Genre „Rock gegen Rechts“ intonierte. „Schrei nach Liebe“, „Sie brauchen keinen Führer“, „Why can´t we live together?“; nachdenklich auch deshalb, weil diese Songs mittlerweile an die 30 Jahre alt, aber leider immer noch aktueller denn je sind. Ein entspanntes und kreatives Miteinander herrschte auch auf dem Vorplatz des Abderas, wo die Besucher auf einer großen Wandzeitung ihre Visionen und Meinungen zu einer bunten und friedlichen Welt schreiben und zeichnen konnten. In großen, roten Lettern schon von weitem zu erkennen: „Nationalität: Mensch!“.