
Wenn das Geld nicht mehr reicht, die Miete drückt oder eine Trennung alles ins Wanken bringt, finden viele Menschen Hilfe bei der Allgemeinen Sozialberatung (ASB) der Caritas. Unter dem Motto "Türen offenhalten: Allgemeine Sozialberatung sichern" stehen die diesjährigen Caritas-Armutswochen im Zeichen dieses Dienstes der Menschen in Notlagen auffängt und Perspektiven mit ihnen erarbeitet.
Ein Dienst für alle - offen, vertraulich und kostenlos
Die Allgemeine Sozialberatung ist ein unverzichtbares Angebot der Caritas und anderer Träger der Freien Wohlfahrtspflege. Sie steht allen Menschen offen - unabhängig von Alter, Herkunft, Religion oder Geschlecht - und bietet schnelle, unbürokratische Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen.
"Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung oder Wohnungslosigkeit - die Gründe, warum Menschen zu uns kommen, sind vielfältig", sagt Ulrike Schuler Mitarbeiterin der Caritas. "Oft wissen die Betroffenen gar nicht, an welche Stelle sie sich wenden können. Wir hören zu, klären, informieren und vermitteln gezielt weiter."
Steigender Beratungsbedarf
Durch die gestiegenen Energie- und Lebenshaltungskosten suchen derzeit deutlich mehr Menschen Rat. Besonders Themen der Existenzsicherung - also Fragen rund um Wohnen, Schulden und Grundsicherung - nehmen viel Raum ein. Auch Menschen mit mittlerem Einkommen geraten zunehmend in finanzielle Engpässe.
Zudem wenden sich immer mehr geflüchtete Menschen an die Sozialberatung, häufig vermittelt aus den Migrationsdiensten. Viele Ratsuchende bringen komplexe Problemlagen mit: finanzielle Sorgen, psychische Belastungen oder Zukunftsängste. Hinzu kommen sprachliche Barrieren und mangelnde digitale Kompetenzen, die den Zugang zu Hilfen erschweren.
Erste Anlaufstelle und Wegweiser im Hilfesystem
Die Allgemeine Sozialberatung fungiert als Clearingstelle - sie ist häufig die erste Anlaufstelle für Menschen mit ungeklärtem Beratungsbedarf. Gemeinsam mit den Ratsuchenden wird geprüft, welche Hilfen in Frage kommen. Bei Bedarf erfolgt eine Vermittlung an spezialisierte Fachstellen, etwa bei Erziehungsfragen, Schulden oder psychischen Problemen.
Ein Beispiel: Bei Trennung oder Scheidung geht es im Erstgespräch oft nicht nur um finanzielle Fragen, sondern auch um emotionale Verletzungen oder den Umgang mit gemeinsamen Kindern. In solchen Fällen vermittelt die ASB an spezialisierte Beratungsstellen weiter.
Hilfe, die ankommt
Wie konkret diese Unterstützung aussieht, zeigen Beispiele aus der Praxis.
Frau M., Rentnerin und alleinstehend, kommt verzweifelt in die Beratung. Mit 850 Euro Rente im Monat weiß sie nicht mehr, wie sie Miete, Nebenkosten und Lebensmittel bezahlen soll. Gemeinsam mit der Beraterin prüft sie ihre finanzielle Situation - und erfährt, dass sie Anspruch auf Wohngeld hat. Zum ersten Mal seit Monaten schöpft sie wieder Hoffnung.
Auch Frau G., alleinerziehende Mutter zweier Kinder, sucht Unterstützung. Zwar kennt sie sich gut mit staatlichen Leistungen aus, doch die seelische Belastung nach der Trennung von ihrem Mann setzt ihr stark zu. Unter Tränen erzählt sie, wie schwer es ihr fällt, mit den Kindern darüber zu sprechen. Die ASB vermittelt den Kontakt zu einer spezialisierten Beratungsstelle - und öffnet damit eine Tür zu weiterer Hilfe.
Wichtige Arbeit ohne gesicherte Finanzierung
Trotz ihrer hohen Bedeutung ist die Finanzierung der Allgemeinen Sozialberatung nicht gesetzlich geregelt. Im Landkreis Biberach wird die 85-Prozent-Stelle derzeit ausschließlich über Eigenmittel der Caritas getragen - überwiegend finanziert aus Kirchensteuermitteln. Eine dauerhafte Absicherung dieser Arbeit ist daher nicht gewährleistet.
Damit die Türen offenbleiben
Die Allgemeine Sozialberatung leistet einen entscheidenden Beitrag zur Armutsprävention und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie hilft, Notlagen frühzeitig zu erkennen, Krisen zu bewältigen und Menschen zu stabilisieren.
Annalena Krämer, Leiterin des Caritas Dienstes Familienhilfe: "Damit das auch in Zukunft gelingt, braucht es verlässliche Strukturen und eine auskömmliche Finanzierung - damit die Türen weiterhin offen bleiben für alle, die Unterstützung brauchen. Eine Möglichkeit ist auch das Angebot mit Spenden zu unterstützen."
Spendenkonto Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V.
Sozialbank AG
IBAN: DE16 3702 0500 0001 7893 00
Verwendungszweck: Sozialberatung für Menschen in Notlagen